Donnerstag, 10. Juli 2014

Studie: Motive des bürgerschaftlichen Engagements

Am 27. Juni 2014 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zu den Motiven für bürgerschaftliches Engagement veröffentlicht. Demnach steht bei den 23 Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen in Deutschland die Freude am Engagement im Vordergrund sowie der Wunsch, mit dem eigenen Engagement anderen Menschen helfen zu können. Die Studie zeigt zudem, dass sich freiwilliges Engagement schon früh im Leben verankert. Die Kernergebnisse der Befragung stehen ab sofort online allen Interessierten zur Verfügung.  

Wenn sich Menschen für die Aufnahme eines ehrenamtlichen Engagements entscheiden, spielen altruistische und uneigennützige Motive eine zentrale Rolle: die Freude am Engagement (95%), der Wunsch, etwas für andere zu tun (86%), die Ausrichtung auf eine besondere Gruppe oder ein besonderes Anliegen (82%), die Möglichkeit, etwas mit dem Engagement zu bewegen (83%) oder der Wunsch, Dinge am Wohnort oder im lokalen Umfeld zu verändern und zu verbessern (70%). 

Daneben spielen aber auch selbstbezogene Motive eine Rolle: so ist es für 82% der Befragten wichtig, durch ihr Engagement regelmäßig andere Menschen treffen und Kontakte knüpfen zu können; 75% engagieren sich gemäß den eigenen Interessen und Neigungen und erleben ihr Engagement als willkommene Abwechslung vom Alltag (67%). 

Insbesondere bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements sowie bei der Ansprache möglicher zukünftiger Freiwilliger sei es nach Ansicht der Autoren »sinnvoll, diese vielfältigen Motive zu berücksichtigen und nicht allein auf die Hilfsbereitschaft der Aktiven wie auch der Interessierten zu setzen«.   

Neben den Motiven des Engagements wurden in der Studie die Engagementbiografien der Freiwilligen sowie die Potenziale und Voraussetzungen für die Aufnahme eines Engagements untersucht. Die größten Potenziale für einen Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements finden sich bei denjenigen, die aktuell bereits gelegentlich oder in geringerem Maße an bürgerschaftlichen Aktivitäten teilnehmen. Größtes Hindernis für die Aufnahme, aber auch für die Aufrechterhaltung eines bürgerschaftlichen Engagements ist der Zeitmangel von Aktiven und Interessierten. 

Die nähere Betrachtung der Engagementbiografien zeigt: wer sich früh engagiert, behält das Engagement zeitlebens bei. Im Interesse einer lebendigen Kultur des bürgerschaftlichen Engagements wäre es deshalb gemäß der Studie wichtig, schon Kinder und Jugendliche für das bürgerschaftliche Engagement zu begeistern. 
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