Mittwoch, 9. April 2014

CDU und FDP lehnen die Einführung der Ehrenamtskarte ab



VON SEMIHA ÜNLÜ- R.P. vom 20.03.2014

Fett gekenzeichnete Zeilen wurden von mir eingefügt. Dazu siehe Kommentar unten.

Düsseldorf ist eine Stadt, in der das Ehrenamt groß geschrieben wird. Mehr als 78 000 Menschen engagieren sich - ob in Schulen, Kirchen oder Kultureinrichtungen. Und sie alle machen es vor allem deswegen, weil sie Gutes tun, der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten. Vor allem Menschen über 65 engagieren sich freiwillig. Und sie würden sich sicherlich freuen, etwas Anerkennung für ihr Engagement zu bekommen, zum Beispiel in Form der Ehrenamtskarte, die es bereits in mehr als 180 Städten in Nordrhein-Westfalen gibt, und mit der sie Ermäßigungen bekommen könnten - beim Besuch des Theaters oder Kinos. Denn bei einer durchschnittlichen Rente in Höhe von 1155 Euro ist so etwas schließlich meist nicht „drin“. Heidrun Hoppe, Seniorenbeirätin im Stadtbezirk 9 und stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats, meint, dass die Ehrenamtskarte ein gutes Instrument wäre, um sich bei all den engagierten Düsseldorfern zu bedanken und ihnen eine Anerkennung für die Arbeit auszudrücken. Doch der Antrag, den der Seniorenbeirat zur Einführung der Ehrenamtskarte beim Gesundheits- und Sozialausschuss einreichte, wurde gestern abgelehnt. Eine Entscheidung, die Hoppe nicht verstehen kann. Doch CDU und FDP waren sich gestern darin einig, dass eine Ehrenamtskarte für Düsseldorf nicht das Richtige sei. Zur Begründung hieß es, dass es schließlich auch keine andere vergleichbare Großstadt gebe, die die Ehrenamtskarte eingeführt hat. Und außerdem gebe es in der Landeshauptstadt ja so viele Kultureinrichtungen - und man sei sich nicht sicher, ob das so gut wäre, wenn tausende Freiwillige dort ermäßigten Zutritt bekommen würden.

Auf Unverständnis stieß die Entscheidung bei Bündnis 90/Die Grünen, der SPD, (FREIE WÄHLER, siehe Kommentar unten)  und der Linken, die für den Antrag des Seniorenbeirats gestimmt hatten. Die Ehrenamtskarte sei ein gutes Instrument, um den „stillen Helfern“ eine spürbare Anerkennung zu geben. Ein Sommerfest im Jahr oder Preisverleihungen für die engagiertesten Ehrenamtler in der Stadt seien viel zu wenig. Und damit haben sie auch recht. Natürlich kann man der Stadt nicht vorwerfen, gar nichts für die Ehrenamtler zu tun. Sie zeichnet Engagierte aus, veranstaltet auch regelmäßig Sommerfeste und Aktionen für sie. Doch die Weigerung, eine Ehrenamtskarte einzuführen, ist das falsche Signal. Denn bei der Ehrenamtskarte geht es nicht nur um finanzielle Ermäßigungen, sondern um ein Dokument, das den Helfern zeigt: Wir wissen, was ihr leistet, und wir danken euch.

Mehr als die Hälfte der NRW-Kommunen hat die Karte bereits eingeführt, und viele auswärtige Ehrenamtler profitieren auch in Düsseldorf von dieser Karte. Warum sollte man es also den Düsseldorfer Ehrenamtlern verwehren, auch in den Vorzug der Vergünstigungen zu kommen? Und warum sollte man die Karte nicht als ein Projekt sehen, von dem viele Parteien profitieren könnten: Die Stadt ist auf ihre freiwilligen Helfer angewiesen und würde noch viel mehr motivieren, wenn sie die Ehrenamtskarte einführen könnte. Auch jüngere Düsseldorfer würden sich vielleicht mehr Gedanken über ehrenamtliches Engagement machen. Auch die Wohlfahrtseinrichtungen, die mehr denn je auf „stille Helfer“ angewiesen sind, würden von dem Anstieg der Ehrenamtler profitieren.

Die Entscheidung, die Karte nicht einzuführen, ist ein Fehler.

Kommentar von Peter Ries

Liebe Leserinnen und Leser,  

durch meine Arbeit lieferte ich die „Gebrauchsmuster“ und Ideen für die Einführung der Ehrenamtskarte für Düsseldorf. Das sehen die so genannten etablierten Parteien jedoch nicht so gerne. Darum versuchen sie häufig, Anfragen zu relativieren oder Anträge abzulehnen; getreu dem Motto: Was nicht von uns kommt, ist erst einmal abzulehnen. Nicht selten werden diese Anträge und Anfragen dann aber später mit nur geringfügigen Änderungen im Wortlaut zu ihren gemacht.

 

Um den Mitbürgern meine politische Arbeit im Rat, den Ausschüssen und in den Bezirksvertretungen etwas näher zu bringen und Ihnen ein umfassendes, kritisches Bild zu verschaffen, möchte ich hier kommentieren.Im allgemeinen kann man zwar davon ausgehen, dass die meisten Presseartikel auf Fakten basieren, jedoch kommt es immer wieder vor, dass sich der Rezipient (Empfänger in einem Kommunikationsprozess) durch die Art und Weise verschiedener Berichterstattungen (z.B. durch weglassen bestimmter Sachverhalte) nur schwer eine objektive Meinung bilden kann. 

 

Die meisten Journalisten faforisieren als Hauptkriterium ihrer Berichterstattung die Objektivität; wie diese Objektivität jedoch zustande kommt, definiert immer noch jeder für sich selbst. Darum will ich hier versuchen, die all zu oft vernachlässigten journalistischen Kriterien der Vollständigkeit, Objektivität und Verständlichkeit zu erfüllen und ein wenig mehr Transparenz herstellen.

Siehe: Netzwerkspiegel und http://ehrenamtskarte.blogspot.de/2013/10/petition-zur-einfuhrung-der.html

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