Donnerstag, 5. Dezember 2013

Verleihung des Deutschen Bürgerpreises 2013

In Anwesenheit von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert wurde heute in Berlin der Deutsche Bürgerpreis vergeben. In fünf Wettbewerbskategorien erhielten insgesamt 11 Preisträgerinnen und Preisträger die begehrte Ehrenamtstrophäe. Zusätzlich wurden drei Engagierte mit dem Sonderpreis „Hochwasser-Helfer“ ausgezeichnet.

Große Bühne für das Ehrenamt: Im ZDF-Hauptstadtstudio wurde heute Deutschlands größter Ehrenamtspreis, der Deutsche Bürgerpreis, verliehen. Zu den Geehrten gehörten die Schülerinitiative „Bitterfeld-Wolfen – Stadt mit Courage“, die Ehrenamtlichen des „Breiten Bündnisses gegen Rechts“ – „Delmenhorst bleibt bunt!“, der Unternehmer Christian Skrodzki aus Leutkirch und die Engagierten des Vereins „Urbacher Räuber“ aus Köln. Der Preis für das Lebenswerk ging an Erika Habekost aus Bremen. Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Engagements: „Engagierte Bürgerinnen und Bürger stärken den Zusammenhalt in unserem Land, sie machen unsere Gesellschaft lebenswert und geben Menschen Halt und Heimat – dieses Engagement zu fördern und anzuerkennen ist eine wichtige Aufgabe.“

Der Deutsche Bürgerpreis zeichnete in diesem Jahr unter dem Schwerpunktthema „Engagiert vor Ort: mitreden, mitmachen mitgestalten!“ herausragendes Engagement von Personen und Projekten aus, die die Mitmachkultur leben und dabei Hand in Hand mit Kommunen und anderen Engagierten die Lebensqualität vor Ort verbessern. Insgesamt bewarben sich rund 2.700 ehrenamtlich Aktive aus ganz Deutschland – ein neuer Rekord.

Infolge der Flut vom Sommer 2013 vergab die Initiative einmalig den Sonderpreis „Hochwasser-Helfer“, den Bundestagspräsident Norbert Lammert und Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, gemeinsam an den Fischer Gernot Quaschny, die Facebook-Initiative „Passau räumt auf“ sowie die 72-Stunden-Aktion „Flutschäden lindern“ überreichten. „Das große und entschlossene Engagement der Helfer verdient besondere Anerkennung. Mit dem Sonderpreis würdigen wir stellvertretend alle Freiwilligen, die bei dieser Katastrophe geholfen haben“, so Georg Fahrenschon. Die Projekte hätten zudem gezeigt, dass Engagement immer häufiger auch online stattfindet. „Das Netz wird sozialer und regionaler. Ehrenamtliche vernetzen und organisieren sich zunehmend online.“

2013 werden beim Deutschen Bürgerpreis insgesamt über 400.000 Euro an zweckgebundenen Preisgeldern vergeben, allein 41.000 Euro beim nationalen Wettbewerb. Diese Mittel fließen in die Fortführung und Erweiterung der prämierten Engagements.

Die 1. Preisträger des Deutschen Bürgerpreises 2013

Kategorie Lebenswerk: Engagiert für gute Nachbarschaft
Die Jury des Deutschen Bürgerpreises zeichnete Erika Habekost in der Kategorie Lebenswerk aus. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Nachbarschaftsverein Bultenweg e.V. im Bremer Stadtteil Osterholz. Als dessen erste Vorsitzende schafft sie eine Umgebung, in der sich Nachbarn wohlfühlen und ein echtes Heimatgefühl entwickeln können. Erika Habekost engagiert sich für eine bessere Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel, die Einrichtung eines Bürgerbusses und den Erhalt des örtlichen Krankenhauses. Aktiv unterstützt sie auch Projekte in der Gesamtschule Ost, der mit  1.300 Schülern aus 90 Ländern größten Schule Bremens.

Kategorie U21: Voller Einsatz für demokratische Werte
In der Kategorie U21 wurden engagierte Schülerinnen und Schüler aus Bitterfeld-Wolfen ausgezeichnet. Um vor Ort keinen Platz für Rassismus und Diskriminierung zu lassen, gründeten 25 Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums 2011 die Schülerinitiative „Bitterfeld-Wolfen – Stadt mit Courage“, die sich in vielfältiger Weise für demokratische Werte und Teilhabe junger Menschen einsetzt.

Kategorie Alltagshelden: Organisierter Widerstand gegen Rechtsextremismus
Den ersten Preis in der Kategorie Alltagshelden erhielten die Engagierten des Delmenhorster „Breiten Bündnisses gegen Rechts“. Sie organisieren seit 2010 gesellschaftlichen Widerstand gegen Rechts-extremismus, indem sie Gegendemonstrationen veranstalten und kontinuierliche Aufklärungsarbeit leisten. Mehr als 100 Vereine, Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Einzelpersonen haben sich mittlerweile angeschlossen.

Kategorie Engagierte Unternehmer: Bahnhof in Bürgerhand

Der Unternehmer Christian Skrodzki aus Leutkirch in Baden-Württemberg wurde als Engagierter Unternehmer geehrt. Der Inhaber einer Werbeagentur erkannte das Potenzial eines unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofs in Bürgerhand. Er plante ein Nutzungs- und Sanierungskonzept und verwandelte das ausrangierte Gebäude gemeinsam mit 700 Bürgerinnen und Bürgern in einen neuen, lebendigen Bürgerbahnhof mit Büros und Gastronomie.

Publikumspreis „Video Award“: Räuber mit sozialer Ader
Ihr 90-sekündiges Video überzeugte die Online-Community: Mit über 8.700 Stimmen entschieden die „Urbacher Räuber“ den Publikumspreis für sich. Die Karnevalsgesellschaft engagiert sich seit vielen Jahren für soziale Projekte in Köln-Porz. Die Mitglieder sammeln Spenden und packen auch tatkräftig mit an. Aktuell planen sie den Bau eines Kinderspielplatzes in Köln-Porz-Urbach, da dort immer mehr städtische Spielplätze geschlossen wurden und so rund 2.000 Kinder über keine geeignete Spielmöglichkeit mehr verfügen.

Sonderpreis „Hochwasser-Helfer“

Gernot Quaschny
Der Fischer aus Hohengöhren in Sachsen-Anhalt verlor Haus und Fischereibetrieb. Ungeachtet dessen nutzte er sein Boot, um die Menschen in seinem Heimatort und drei umliegenden Dörfern mit Lebensmitteln, Medikamenten, Notstromaggregaten und Treibstoff zu versorgen. Mehrmals täglich pendelte er unermüdlich zwischen „Festland“ und „Inseln“, um für die Betroffenen das Notwendigste zu besorgen.

Facebook-Initiative „Passau räumt auf“
Die jungen Engagierten machten das soziale Netzwerk Facebook zum Zentrum ihrer ehrenamtlich organisierten Nothilfe. Bis zu 5.000 Helfer haben die Studenten und Mitarbeiter der Universität Passau täglich koordiniert sowie die Öffentlichkeit informiert und Sponsoren mobilisiert – schnell, unbürokratisch, zielgerichtet und sehr erfolgreich. Sie sind mit „Passau räumt auf“ zu Vorreitern online-basierten Engagements in Deutschland geworden.

72-Stunden-Aktion „Flutschäden lindern“

Das Hochwasser 2013 hatte die Region Magdeburg besonders lange im Griff. Deshalb organisierte der BDKJ Diözesanverband Magdeburg mit Unterstützung des Bonifatiuswerks und in Zusammenarbeit mit der Caritas eine große Hilfsaktion, bei der über 600 junge Menschen für 72 Stunden aus ganz Deutschland anreisten, um den Betroffenen in und um Magdeburg zu helfen. Sie füllten Sandsäcke, halfen Erdgeschosse und Keller auszuräumen und Dämme zu bauen.

Quelle: http://www.deutscher-buergerpreis.de/home/

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